Pilates

Joseph Hubert Pilates (1883 – 1967) war Turner, Taucher, Bodybuilder, Zirkusartist. Er arbeitete in England als Berufsboxer und trainierte die Beamten von Scotland Yard. Als Deutscher wurde er zu Beginn des 1. Weltkrieges in Großbritannien interniert. In dieser Zeit begann er sein Konzept eines ganzheitlichen Körpertrainings zu entwickeln.

Nach dem Krieg kehrte Pilates zunächst nach Deutschland zurück und arbeitete dort mit Rudolf Laban, einem wichtigen Vertreter der Bewegungslehre, zusammen. 1923 wanderte er nach New York aus und
eröffnete sein erstes Trainingsstudio im Gebäude des New York City Ballet, was die Nähe der Methode zum Tanz erklärt. So wurde Pilates zunächst auch von Tänzern, Sportlern und Stars der Showbranche ausgeübt.

Die Grundlage der Pilates-Methode ist ein ganzheitliches Körpertraining, in dem vor allem die tief liegenden, kleinen aber meist schwächeren Muskelgruppen angesprochen werden, die für eine korrekte und gesunde Körperhaltung sorgen sollen. Das Training schließt Kraftübungen, Stretching und bewusste Atmung ein. Es ist auch bedingt zur Rehabilitation nach Unfällen geeignet. Wichtig ist dabei jedoch eine fachliche Einführung, um Bewegungs- und Haltungsfehler zu vermeiden.

Die Prinzipien der klassischen Pilates-Methode sind Kontrolle, Konzentration, bewusste Atmung, Zentrierung, Entspannung, Bewegungsfluss und Koordination. Ziel ist die Stärkung der Muskulatur, die Verbesserung der Körperhaltung und Bewegungskoordination, die Anregung des Kreislaufs und eine erhöhte Körperwahrnehmung.

Ziel aller Übungen ist das Trainieren des so genannten „Powerhouses“, womit die in der Körpermitte liegende Muskulatur rund um die Wirbelsäule gemeint ist, die so genannte Stützmuskulatur. Die Muskeln des Beckenbodens und die tiefe Rumpfmuskulatur werden ebenfalls gezielt gekräftigt. Dabei werden alle Bewegungen langsam und fließend ausgeführt, wodurch die Gelenke und Muskeln geschont werden und gleichzeitig die Atmung geschult wird.